Der Börsen-Tag"Deutschland im Fokus ausländischer Investoren"
Deutsche Unternehmen stehen bei ausländischen Käufern als Übernahmeziel so hoch im Kurs wie lange nicht mehr. Im Zeitraum vom dritten Quartal 2025 bis zum zweiten Quartal 2026 habe sich das Volumen grenzüberschreitender Übernahmen deutscher Firmen mehr als verdoppelt, zeigt eine Analyse der Beratungsgesellschaft KPMG - um 134 Prozent auf fast 129 Milliarden Dollar. Zugleich sei die Zahl solcher Transaktionen von 897 auf 926 geklettert. Dabei wurden 18 Deals mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde Dollar angekündigt, so die Studie, die auf Zahlen des Finanzdaten-Konzerns LSEG basiert. Besonders US-Investoren seien hierzulande aktiv; sie standen demnach allein hinter zehn Milliardendeals. Deutsche Firmen stünden bei vielen US-Investoren "ganz oben auf der Einkaufsliste".
"Die nächste Welle der Künstlichen Intelligenz entscheidet sich nicht allein in den großen Technologiezentren dieser Welt", erklärt KPMG-Experte Michael Buhl. Auch Deutschland rücke in den Fokus ausländischer Investoren. "Denn viele deutsche Unternehmen vereinen technologische Kompetenz, industrielle Exzellenz und hochwertige Daten." Rückenwind gäben zudem die relativ attraktiven Bewertungen deutscher Firmen und die Aussicht auf Milliarden-Staatsausgaben für Infrastruktur und Verteidigung. Ein vergleichbar starkes Interesse von US-Käufern an deutschen Firmen habe es zuletzt 2007 im Zuge der Privatisierung der Kabelnetze gegeben.