Paris und LyonErneute Massenproteste in Frankreich - Zusammenstöße mit Polizei

Bei landesweiten Protesten und einem Streik im öffentlichen Dienst ist es am Donnerstag in Frankreich zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.
Bei landesweiten Protesten und einem Streik im öffentlichen Dienst ist es am Donnerstag in Frankreich zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen. Während die Kundgebungen überwiegend friedlich verliefen, gab es in Paris und Lyon Ausschreitungen. Das Innenministerium teilte mit, landesweit hätten sich bislang 270.000 Menschen an den Aktionen beteiligt, die Hauptstadt nicht mitgerechnet. Die Proteste gelten als erneute Herausforderung für Präsident Emmanuel Macron.
In Paris schlug die zunächst friedliche Stimmung um, als einige Demonstranten mit der Polizei aneinandergerieten, die daraufhin Tränengas einsetzte. In Lyon gingen die Einsatzkräfte ebenfalls mit Tränengas gegen eine Gruppe von teils Vermummten vor. In der Nähe von Toulouse steckten Unbekannte nach Angaben des Innenministeriums mit Feuerwerkskörpern eine Schule in Brand. Bildungsminister Edouard Geffray bezeichnete dies auf der Plattform X als "absolut skandalöses kriminelles Verhalten". Der Eiffelturm blieb wegen des Streiks geschlossen. Größere Verkehrsbehinderungen gab es jedoch nicht.
Die Proteste richten sich gegen die Politik der Regierung und zielen auf höhere Löhne sowie bessere öffentliche Dienstleistungen ab. Sie finden fünf Monate vor der Präsidentschaftswahl statt, bei der Macron nach seiner zweiten Amtszeit nicht erneut antreten darf. An den Demonstrationen nahmen auch die Präsidentschaftskandidaten Jean-Luc Mélenchon und Raphaël Glucksmann teil. "Dieses Land braucht Gerechtigkeit", sagte Glucksmann. "Wir werden das französische Volk wieder zusammenführen." Die Gewerkschaften hatten trotz verschärfter Auflagen nach Ausschreitungen im Oktober zu den Demonstrationen aufgerufen.