Reihe von Attacken Berichte: Auch deutscher Pharmagroßhändler wird Opfer von Kühlhaus-Cyberangriff

Nach Bekanntwerden eines Cyberangriffs auf das Kühlsystem des Blutspendedienstes in Frankreich gibt es einem Medienbericht zufolge auch in Deutschland einen Fall im Gesundheitssektor.
Wie das Recherchenetzwerk Correctiv am Donnerstag unter Berufung auf Angaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) berichtete, war ein hiesiger Pharmahändler von einer Attacke betroffen. Angegriffen wurden demnach die Systeme zum Kühlen von Medikamenten.
"Dem BSI sind einzelne Vorfälle bei Supermärkten und in der Pharmabranche bekannt", zitierte das Recherchenetzwerk einen Sprecher der Behörde. Das BSI gehe allerdings davon aus, dass die Attacken "ungezielt und opportunistisch" seien. "Die Angreifer suchen also nach verwundbaren Instanzen und nutzen diese aus, im Zweifel auch ohne zu wissen, welches Unternehmen oder welche Branche sie damit treffen", heißt es demnach in der Antwort des Bundesamtes.
Correctiv berichtete zudem, dass prorussische Kanäle im Onlinedienst Telegram die jüngsten Angriffe Hackergruppen aus Russland zugeschrieben hätten. Das BSI teilte demnach mit, Kenntnis von entsprechenden Posts zu haben. Es gebe allerdings keine Hinweise, die diese Zuschreibungen belegten. Es sei daher nicht auszuschließen, "dass Trittbrettfahrer diese Angriffe ohne Beleg für sich reklamieren", zitierte Correctiv den BSI-Sprecher.
In zahlreichen europäischen Ländern hatte es zuletzt eine Serie von Angriffen auf die Steuerungseinheiten von Kühlanlagen gegeben. In Frankreich hatte der Blutspendedienst am Mittwoch einen Cyberangriff auf drei Anlagen eines Dienstleisters bestätigt. Der Angriff sei aber rechtzeitig entdeckt und die Sicherheit der Produkte nicht beeinträchtigt worden.