ThüringenAnerkennung von Pflegeabschlüssen dauert bis zu zwei Jahre

Die Thüringer Pflegebranche ist auch auf Beschäftigte aus dem Ausland angewiesen. Und jährlich wollen Hunderte Menschen ihre Abschlüsse hier anerkennen lassen. Aber das kann sich ziehen.
Erfurt (dpa/th) - Die Anerkennung ausländischer Pflegeabschlüsse in Thüringen kann sich über Jahre ziehen. In der Regel dauert es eineinhalb bis zwei Jahre von der Antragstellung bis zur abschließenden Entscheidung, wie aus einer Antwort des Gesundheitsministeriums auf eine Kleine Anfrage zweier AfD-Landtagsabgeordneter hervorgeht.
Davon seien ein bis eineinhalb Jahre nicht vom Landesverwaltungsamt als zuständige Behörde beeinflussbar. In diesen Fällen fehlten etwa Unterlagen oder notwendige Kurse, um fachliche oder sprachliche Defizite aufzuholen.
Zuletzt sei das Antragsverfahren digitalisiert worden, um in der Bearbeitung schneller zu werden. Weitere interne Änderungen seien derzeit nicht geplant. Die Verfahren könnten "adäquat und zeitnah bearbeitet werden", hieß es auf Anfrage. Nach einem deutlichen Anstieg der Antragszahlen ab dem Jahr 2023 seien die organisatorischen Abläufe angepasst worden.
Hunderte Anträge jährlich
Jährlich wollen Hunderte ausländische Pflegekräfte ihren Abschluss in Thüringen anerkennen lassen. Bis Ende Oktober seien in diesem Jahr bereits 275 Anträge dazu eingegangen, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Seit dem Jahr 2023 seien es stabil zwischen 250 und 300 Verfahren jährlich. Insgesamt wurden seither über 1.000 Anträge gezählt. Im Jahr 2022 waren es noch 82 Anträge.
Den Zahlen des Ministeriums zufolge wurden seit 2023 insgesamt rund 500 Berufserlaubnisse erteilt. In rund 250 Fällen wurden Anträge aber auch zurückgenommen oder Verfahren wurden eingestellt, weil Antragsteller nicht mitwirkten. Eine konkretere Aufschlüsselung lag nicht vor.
Ausländische Pflegekräfte sichern Versorgung
Generell sei das Interesse ausländischer Pflegekräfte an einer eine Beschäftigung in Thüringen hoch, hieß es vom Ministerium. Und gleichzeitig gebe es einen dringenden Bedarf der Thüringer Pflegeeinrichtungen. In den vergangenen Jahren habe die Gewinnung ausländischer Pflegekräfte dazu beigetragen, die Versorgung in Thüringen zu sichern. Gleichzeitig setze Thüringen aber auch auf die Verbesserung von Arbeitsbedingungen und die langfristige Bindung von bestehendem Personal.
Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit arbeiteten Ende vergangenen Jahres mehr als 4.330 ausländische Beschäftigte sozialversicherungspflichtig in Pflegeberufen im Freistaat. Davon kamen mehr als 1.240 aus dem außereuropäischen Ausland. Die meisten davon stammten aus Vietnam (337), den Philippinen (164) und Indien (152).