Rheinland-Pfalz & SaarlandBarmer: Pflegebedürftige bekommen zu selten Zahnvorsorge

Eine gute Mundgesundheit ist bei Pflegebedürftigen besonders wichtig - kommt im Saarland aber oft zu kurz. Einen großen Unterschied gibt es zwischen stationärer und ambulanter Pflege.
Saarbrücken (dpa/lrs) - Nur ein Bruchteil der Pflegebedürftigen im Saarland bekommt wichtige Leistungen zur Zahnvorsorge. Das geht aus einer Auswertung der Krankenkasse Barmer hervor, die vertragszahnärztliche Abrechnungsdaten ihrer Versicherten im Alter von über 65 aus dem Jahr 2024 standardisiert und analysiert hat.
Mit dem Ergebnis: Nur bei rund jedem fünften saarländischen Pflegeheimbewohner mit Pflegegrad vier oder fünf wurde 2024 der Mundgesundheitsstatus festgestellt oder eine Mundgesundheitsaufklärung durchgeführt. Das sind zwei Vorsorgeleistungen, die 2018 laut Barmer speziell für Pflegebedürftige geschaffen wurden. Im bundesweiten Vergleich landet das Saarland in der Auswertung damit auf dem vorletzten Platz.
Noch schlechter sieht es bei Menschen aus, die ambulant pflegebedürftig sind: Von ihnen bekamen demnach im Jahr 2024 nur knapp 3 Prozent eine der beiden Vorsorgeleistungen - so wenig wie in keinem anderen Bundesland.
Kooperationsverträge mit Zahnarztpraxen
Große Unterschiede gab es je nachdem, ob ein Pflegeheim einen Kooperationsvertrag mit einer Zahnarztpraxis hatte oder nicht. Die Leistung Mundgesundheitsstatus wurde laut Barmer zu rund 71 Prozent in Pflegeheimen mit Kooperation erbracht, während nur 5 Prozent auf Pflegeheime ohne solch einen Vertrag entfielen.
Einen Kooperationsvertrag hatten Barmer zufolge im Jahr 2024 aber nur rund 40 Prozent der saarländischen Pflegeheime. "Ob Pflegeheimbewohnende zahnärztliche Vorsorgeuntersuchungen erhalten, darf nicht von der Wahl des Pflegeheims abhängen", forderte Barmer-Landesgeschäfsführerin Dunja Kleis.
Eine schlechte Mundgesundheit sei vor allem für schwer Pflegebedürftige gefährlich: Kaputte Zähne, schlecht sitzende Prothesen oder Entzündungen können das Kauen und Schlucken erschweren, was laut der Mitteilung unter anderem zu Mangelernährung und Gewichtsverlust führen kann.