HessenGefräßiger Schädling aus Asien: Gut 1.600 Japankäfer im Land

Kaum natürliche Feinde und viel Appetit: Das invasive Insekt gilt als Schädling für Gärten und Felder. Was sagt Landwirtschaftsminister Jung zur Verbreitung in Hessen? Wie kann sie eingedämmt werden?
Wiesbaden/Trebur (dpa/lhe) - Der von Bauern gefürchtete Japankäfer ist im Sommer 2026 im südhessischen Trebur in vierstelliger Zahl gefangen worden. Vom 15. Juni bis 14. September seien 1.631 erwachsene Käfer in sogenannten Pheromonfallen in der Gemeinde im Kreis Groß-Gerau gezählt worden, teilte Hessens Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (CDU) auf eine Kleine Anfrage von vier AfD-Landtagsabgeordneten mit.
Die aus Asien stammende Käferart hat nach früheren Angaben des Regierungspräsidiums Gießen ein enormes Schadenspotenzial. Die invasiven Insekten, etwas kleiner als eine Ein-Cent-Münze, seien ein Risiko für Bauernhöfe, Gartenbaubetriebe, Parks, Sportplätze und Gärten. Japankäfer vertilgen Blätter, Früchte und Blüten. Produkte von mehr als 400 Pflanzen stehen auf ihrem Speiseplan - etwa von Obstplantagen, Maisfeldern und Weinbergen. Oft werden sie mit den größeren heimischen Maikäfern verwechselt.
Ankunft als blinde Passagiere
Japankäfer (Popillia japonica) haben einen metallisch glänzenden, grünen Kopf, braune Flügel und hinten weiße Haarbüschel. Häufig gelangen sie als blinde Passagiere hierher, entweder als erwachsene Käfer im Reise- und Warenverkehr oder als Eier und Larven in der Erde im Pflanzenhandel. Natürliche Feinde müssen die fliegenden Insekten hierzulande kaum fürchten.
Landwirtschaftsminister Jung erklärte zwar: "Das Auftreten in Trebur und Umgebung ist bislang das einzig bekannte Vorkommen in Hessen." Wo es viel Reise- und Warenverkehr gebe, bestehe aber "ein erhöhtes Einschleppungsrisiko" von Japankäfern. "Einzelfunde" außerhalb von Trebur und Umland könnten daher künftig nicht ausgeschlossen werden. Der hessische Bauernverband hatte einst an die Bevölkerung appelliert, "Gepäck und Fahrzeuge nach einer Reise auf Käfer zu kontrollieren".
Zentrale Verbrennung von Grünabfällen
Die Käfer sind vor allem zwischen Juni und September unterwegs. In Trebur war für ihre Bekämpfung in diesem Jahr ausnahmsweise die zentrale Verbrennung von Grünabfällen unter Aufsicht der Feuerwehr zu festen Zeiten erlaubt worden. Das Bewässern von Rasenflächen wurde in einer bestimmten Zone zeitweise verboten, um die Entwicklung von Larven zu verhindern. Weibchen legen ihre Eier bevorzugt auf feuchten Grasflächen ab.