Politik

Demokraten profitierenWahlkreis-Wettrüsten fliegt Trump krachend um die Ohren

04.11.2026, 18:14 Uhr
imageVon Lukas Märkle
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Der texanische Gouverneur Greg Abbott trieb für Trump das "Gerrymandering" in Texas voran. (Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS)

Donald Trump versucht bereits im vergangenen Jahr mit einer "Gerrymandering"-Kampagne die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus zu sichern. Doch die Strategie verpufft völlig. Die Demokraten triumphieren.

Der US-Präsident fürchtete bereits weit vor den Midterms einen Verlust der Mehrheit im Repräsentantenhaus. Donald Trump gab den Republikanern in den Bundesstaaten eine klare Botschaft mit auf den Weg: Schafft mehr sichere Sitze für uns in der Kongresskammer. Doch das "Gerrymandering" konnte die republikanische Mehrheit bei den Midterms nicht retten. Nicht einmal annähernd.

Die Republikaner hatten in insgesamt sieben Bundesstaaten 15 Wahlkreise neu zugeschnitten, die bisher von einem Demokraten gehalten wurden. Die Anpassungen in Alabama, Florida, Louisiana, North Carolina, Ohio, Tennessee und Texas sollten die hauchdünne Mehrheit im Repräsentantenhaus sichern. Doch selbst die im Zuge des Wahlkreis-Wettrüstens veränderten Zuschnitte verhalfen den Republikanern nicht zum Sieg.

Die Demokraten gewannen in 10 von 15 veränderten Wahlkreisen, in drei weiteren liegen sie laut aktuellem Auszählungsstand vorn. Die Republikaner dürften nur in zweien die Mehrheit holen. Dabei handelt es sich um einen Wahlkreis im Großraum Dallas in Texas sowie einen rund um Memphis in Tennessee.

Gleichzeitig zeichnet sich für die Trump-Partei im Staat der Country-Musik aber der Verlust eines anderen Wahlkreises ab. Auch in Florida droht den Republikanern ein vollständiger Fehlschlag. Dort wollten sie durch neue Wahlkreisgrenzen vier demokratisch gehaltene Sitze erobern. Drei Rennen wurden bereits zugunsten der Demokraten entschieden; im vierten liegt der demokratische Kandidat ebenfalls knapp vorn.

"Gerrymandering"

Das "Gerrymandering" beabsichtigt mit einem Neuzuschnitt von Wahlkreisen, die Chancen der eigenen Partei bei Wahlen zu maximieren. Entsprechende Eingriffe in die Wahlkreise gibt es bereits seit über 200 Jahren. Dabei gibt es zwei Strategien: 

  • Beim "Cracking" (Zerstreuung) werden die Anhänger der gegenerischen Partei auf möglichst viele verschiedene Wahlkreise aufgeteilt, sodass sie in keinem eine Mehrheit haben.
  • Beim "Packing" (Konzentration) werden die Wähler der Gegenseite in möglichst wenigen Wahlkreisen zusammengefasst. Dort gewinnen diese dann mit großer Mehrheit, haben aber keinen Einfluss mehr in anderen Wahlkreisen.

"Gerrymandering" kann "blauem Tsunami" nichts anhaben

Die Strategie der Republikaner zum Erhalt ihrer Mehrheit ist ihnen krachend um die Ohren geflogen. "Wir haben das republikanische Gerrymandering im ganzen Land zerschlagen", schrieb der bisherige demokratische Minderheitenführer im Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries, auf X. Die Demokraten haben bereits jetzt mit mindestens 228 Sitzen in der Kongresskammer eine sichere Mehrheit. 68 Rennen sind noch nicht entschieden. Selbst die Neuzuschnitte der Wahlkreise konnten den "blauen Tsunami" nicht aufhalten.

USAWahlkreiszuschnitt in Texas

Die neuen Wahlkreiskarten bauten auf einer entscheidenden Annahme auf: Die Wählerkoalition, mit der Trump 2024 gewonnen hatte, würde auch 2026 weitgehend republikanisch stimmen. Doch diese Annahme ging angesichts der Unbeliebtheit des US-Präsidenten und des Ärgers über die hohen Lebenshaltungskosten nicht auf.

Gerade in Texas kalkulierten die Verantwortlichen mit Trumps Zugewinnen unter Latinos. Viele dieser Wähler wandten sich diesmal jedoch wieder den Demokraten zu. Neben den hohen Lebenshaltungskosten dürfte dabei auch das landesweit brutale Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE erheblichen Einfluss gehabt haben. Durch die politische Großwetterlage erwiesen sich die neuen Wahlkreise als nahezu wirkungslos.

"Ihr könnt die Wahlkreiskarten neu zeichnen, aber ihr könnt die Menschen nicht zum Schweigen bringen", sagte Johnny Garcia. Der Demokrat gewann einen der neu zugeschnittenen Wahlkreise in Texas.

Nächste Staaten könnten Wahlkreis anpassen

Nachdem die Republikaner mit dem Gerrymandering in Texas losgeschlagen hatten, zogen die Demokraten in Kalifornien nach. Die Wähler in Kalifornien billigten in einer Volksabstimmung eine neue Wahlkreiskarte, die den Demokraten fünf zusätzliche Sitze bringen sollte.

USAWahlkreiszuschnitt in Kalifornien

In drei der Wahlkreise ist der Sieg für die Demokraten laut der Nachrichtenagentur Associated Press bereits sicher, in zwei weiteren liegen sie vorn. Ebenso konnten die Demokraten einen angepassten Wahlkreis in Utah von den Republikanern erobern. Die Neuziehung der Wahlkreise in dem Bundesstaat war allerdings von einem Gericht angeordnet worden.

Das Wahlkreis-Wettrüsten dürfte mit Blick auf 2028 weitergehen. Bereits vor den Midterms hatten mehrere republikanisch regierte Bundesstaaten weitere Neuzuschnitte angekündigt.

Im demokratisch regierten Maryland machten die Wähler nun ebenfalls den Weg für einen solchen Schritt frei. In Missouri lehnten sie dagegen eine bereits beschlossene neue Wahlkreiskarte der Republikaner per Volksabstimmung ab, deren Einsatz bei den Midterms zuvor gerichtlich blockiert worden war.

Quelle: ntv.de

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