Suche nach neuem FraktionschefTop-Republikaner Mike Johnson tritt nun doch ab

Anders als viele seiner republikanischen Kollegen gewinnt Mike Johnson seinen Wahlkreis bei den Midterms. Die neue Fraktion im US-Repräsentantenhaus möchte er aber dennoch nicht anführen. Zwei potenzielle Nachfolger haben sich offenbar schon in Stellung gebracht.
Der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson, schließt eine Bewerbung um das Amt des Minderheitsführers in der Kongresskammer aus. Das teilte der Republikaner aus Louisiana in einer Telefonkonferenz mit allen Mitarbeitenden am Morgen mit. Die Entscheidung folgt nur wenige Stunden, nachdem seine Republikaner bei den Parlamentswahlen gegen die Demokraten herbe Verluste erlitten und die Mehrheit verloren hatten. Seinen eigenen Wahlkreis hatte Johnson jedoch gewonnen.
Um das Amt des Minderheitsführers der Republikaner (GOP) könnte es nun ein Duell zwischen Steve Scalise - dem aktuellen Mehrheitsführer und dementsprechend aktuell zweiten Mann der Republikaner hinter Johnson - und dem Vorsitzenden des Justizausschusses, Jim Jordan, um den Posten des GOP-Führers geben. Jordan erklärte seine Kandidatur bereits in einem offenen Brief. Die geheimen Wahlen zur Fraktionsführung werden für nächste Woche erwartet.
Vor den Midterms hatte Johnson ein Rätsel daraus gemacht, wie er auf das Wahlergebnis reagieren würde - und sich widersprüchlich geäußert. Johnson sagte noch Anfang Oktober bei Fox News, er sei sich nicht sicher, "was mein nächstes Lebenskapitel ist", sollten die Republikaner die Midterms verlieren. Er werde das tun, was Gott ihm auftrage: Selbst wenn das bedeute, in seine Heimatstadt Shreveport zurückzukehren und "ein Rasenpflegeunternehmen" zu gründen.
Wenige Tage später vollzog Johnson dann eine Kehrtwende. Bei CBS News sagte er: "In dem unwahrscheinlichen Szenario, dass wir die Mehrheit verlieren, würde ich erwarten, dass meine Kollegen mich bitten, diese Fraktion weiterzuführen, trotz einer geteilten Regierung."
Etwas überraschend wurde Johnson im Oktober 2023 in den Vorsitz des Repräsentantenhauses gespült. Die Republikaner hatten wegen nur einer dünnen Mehrheit einige Probleme, einen Nachfolger für Kevin McCarthy zu finden. Jordan scheiterte damals in drei Wahlgängen, Scalise zog seine Kandidatur zurück, als klar wurde, dass er keine Mehrheit bekommen würde. Erst der religiöse Hardliner Johnson schaffte es im ersten Wahlgang ins dritthöchste Staatsamt der USA - hinter dem Präsidenten und dessen Vize.