Politik

Platzt der Putin-Trump-Deal?Russische Schiffe mit Diesel für die USA drehen wieder ab

05.11.2026, 13:20 Uhr
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Öltanker vor dem Hafen von Primorsk (Bild von Juni 2026). (Foto: picture alliance / abaca)

Wegen eines Diesel-Deals mit Russland erzürnt US-Präsident Trump europäische Partner und die Ukraine. Doch schon kurz darauf legen die ersten Schiffe in Richtung der Vereinigten Staaten ab. Nun aber sieht es so aus, als würden sie andere Ziele ansteuern.

Russland wird den USA möglicherweise doch kein Diesel liefern. Mehrere Tanker, die vor einigen Tagen in Richtung der Vereinigten Staaten aufgebrochen waren, haben ihren Kurs geändert und fahren stattdessen weiter in südlicher Richtung. Dabei handelt es sich um die "Leruo" und die "Primorye". Laut Daten von Marinetraffic steuert erstere auf Brasilien zu, zweitere in Richtung Bahamas.

Ein drittes Schiff, die "Talisman", hat ihren Kurs komplett geändert und fährt mittlerweile im Mittelmeer. Der vierte in Russland aufgebrochene Tanker, die "Agioi Fanendes", nimmt weiter Kurs in Richtung USA. Laut Marinetraffic ist sein Ziel jedoch offen. Der Eigentümer, Eastern Mediterranean Maritime, hatte der "Financial Times" zuvor mitgeteilt, dass "die Genehmigung des Entladehafens" noch nicht bestätigt sei.

Die Gouverneurin von New Jersey, die Demokratin Mikie Sherrill, hatte in einem Schreiben an die Hafen- und Terminalbetreiber ihres Bundesstaates davor gewarnt, Tanker mit russischem Dieselkraftstoff abzuweisen, da ihnen sonst empfindliche Strafen drohten.

"Theater ist vorbei"

Der Experte für russische Wirtschaft, Janis Kluge, kommentierte auf X: "Das Theater um den 'Diesel-Deal' ist vorbei. Die USA erhalten keinen russischen Kraftstoff. Stattdessen fahren die Tanker zu den üblichen russischen Abnehmern wie Brasilien. Das Gute daran: Das bedeutet wahrscheinlich, dass die USA die Sanktionen gegen Dmitrievs 'Russian Direct Investment Fund' doch nicht aufheben werden." Kirill Dmitriew ist der Chef des russischen Staatsfonds und Sondergesandter des Kremls. Er vermittelt immer wieder zwischen Washington und Moskau.

Die Aufhebung von Sanktionen und damit verbundene Diesel-Geschäfte zwischen Washington und Russland hatten für Entsetzen bei europäischen Partnern der Vereinigten Staaten und auch der Ukraine gesorgt. Moskau könne so weitere Milliarden für den Angriffskrieg erhalten, hieß es. Auch die US-Demokraten hatten die Trump-Regierung scharf kritisiert.

Quelle: ntv.de, rog

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