Politik

Mitglied der Schattenflotte?Kapitän nach Kabel-Sabotage in der Ostsee verurteilt

05.11.2026, 16:20 Uhr
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Das Schiff "Fitburg" soll seinen Anker 130 Kilometer über den Meeresboden geschleift und dabei Kabel beschädigt haben. (Foto: picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire)

Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs ist auch die Ostsee Schauplatz des Konflikts. Immer wieder werden wichtige Kabel und Leitungen beschädigt. Nun hat Finnland zwei Seeleute wegen Sabotage zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Zehn Monate nach der Sabotage an zwei Kabeln in der Ostsee sind ein russischer Kapitän und sein Stellvertreter in Finnland zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Gericht in Helsinki verhängte gegen den Kapitän wegen schwerer Sachbeschädigung dreieinhalb Jahre Haft, das aus Aserbaidschan stammende Besatzungsmitglied soll für zwei Jahre und zehn Monate in Haft.

Der unter der Flagge des Karibikstaats Sankt Vincent und Grenadinen fahrende Frachter "Fitburg" hatte den Ermittlungen zufolge am 31. Dezember im finnischen Meerbusen seinen Anker mindestens 130 Kilometer weit über den Meeresboden schleifen lassen. Zwei Untersee-Telekommunikationskabel zwischen Finnland und Estland wurden dabei beschädigt, acht weitere sollten nach Überzeugung der Ermittler beschädigt werden. Der Frachter war auf dem Weg vom russischen St. Petersburg nach Israel. Das Schiff wurde inzwischen wieder freigegeben.

Seeleute bestreiten Vorwürfe

Die Verurteilten müssen darüber hinaus gemeinsam rund 1,9 Millionen Euro Schadenersatz zahlen. Der Kapitän der "Fitburg" wurde zudem zu einer zusätzlichen Zahlung von rund 85.000 Euro verurteilt. Die beiden Männer wiesen die Vorwürfe zurück und bestritten die Zuständigkeit der finnischen Justiz.  Das Gericht in Helsinki folgte dieser Argumentation jedoch nicht: Es handle sich um vorsätzlich begangene Straftaten, deren Folgen in Finnland zu spüren gewesen seien, hieß es demnach in der Urteilsbegründung. Der Kapitän werde Berufung gegen das Urteil einlegen, das Besatzungsmitglied habe sich jedoch noch nicht entschieden, teilten ihre jeweiligen Anwälte mit. 

Die "Fitburg" war in den Fokus der Behörden geraten, nachdem ein Schaden an einem Datenkabel aufgefallen war, das die finnische Hauptstadt Helsinki mit Estlands Hauptstadt Tallinn verbindet. Als das Schiff von den Behörden gestoppt wurde, hatte es die Ankerkette heruntergelassen. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 sind in der Ostsee immer wieder wichtige Telekommunikations- und Stromkabel beschädigt worden. Fachleute gehen davon aus, dass es sich um sogenannte hybride Angriffe im Auftrag Russlands handelt.

Als mutmaßlicher direkter Verursacher der Kabelschäden gilt die sogenannte Schattenflotte von oft veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffen, mit denen Russland die im Zuge des Ukraine-Kriegs verhängten Handelssanktionen umgeht. Die Nato verstärkte wegen der Serie mutmaßlicher Sabotageakte in der Ostsee ihre Patrouillen.

Quelle: ntv.de, sts/dpa/rts/AFP

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