Panorama

Italiener pocht auf TraditionKoch gefeuert, weil er Pizza nicht mit Ananas belegt

05.11.2026, 13:17 Uhr
imageVon Stephanie Schulze
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Pizza Hawaii ist für so manch einen ein absoluter Graus. (Foto: REUTERS)

Bei Ananas auf der Pizza spalten sich die Gemüter. Ein italienischer Koch hat dazu eine klare Meinung. Die führt schließlich dazu, dass er seinen Job verliert.

Der Italiener Davide Tamburella arbeitete als Koch in einem Restaurant in Brisbane. Doch damit ist es vorbei, denn er erhielt seine Kündigung, nachdem er sich geweigert hatte, Ananas auf eine Pizza zu legen. Über den Vorfall berichteten mehrere Medien, darunter die BBC.

Demnach wurde Tamburella im Mai aus dem inzwischen geschlossenen Restaurant "La Costa" entlassen. Zwei Wochen zuvor hatte die Geschäftsleitung ihn zum Gespräch gebeten und eine ganze Liste an Beschwerden über sein Verhalten vorgelegt. Ganz weit oben stand auch: Bei einer Veranstaltung hatte Tamburella keine Pizza mit Schinken und Ananas für die Gäste machen wollen. Anweisungen der Chefs müssten nicht befolgt werden, wenn sie seine Kultur beleidigten, soll er damals gesagt haben.

Öffentlich wurde der Fall, weil der Koch vor die australische Fair Work Commission zog, dem nationalen Arbeitsgericht. Er sah sich ungerechtfertigt entlassen. Die Kommission hielt fest, Tamburella habe sich geweigert, Ananas auf eine Pizza zu legen, weil er das als "Beleidigung seiner Kultur" empfinde. Neu war das offenbar nicht: Bereits zum dritten Mal binnen vier Jahren soll der Italiener keine Frucht auf eine Pizza gelegt haben. Seinen Chef habe er schon vorher aufgefordert, nachzuprüfen, wie wichtig es für Italiener ist, keine Ananas auf Pizza zu legen.

Queensland, die Heimat der Ananas

Der Vorfall ereignete sich ausgerechnet in Queensland, den australischen Bundesstaat, der als Ananas-Hochburg bekannt ist. Queensland liefert die gesamten kommerziell angebauten Ananas des Landes. An der Sunshine Coast knipsen Besucher regelmäßig Fotos neben "The Big Pineapple", einem denkmalgeschützten, 16 Meter hohen Glasfasermodell der Frucht und lokalen Wahrzeichen.

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"The Big Pineapple" an der Sunshine Coast. (Foto: picture alliance / Visually)

Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch: Es ging wohl nicht nur um die Südfrucht. Bemängelt wurden laut dem Gericht außerdem Tamburellas Schimpfwörter, sein Kommunikationsstil und seine "zunehmende Frustration am Arbeitsplatz". So soll er sich unter anderem seine Hand gebrochen haben, als er verstärkt auf ein Metallgeländer schlug.

Für den Koch stand einiges auf dem Spiel. Er soll gehofft haben, dass das Restaurant ihm ein dauerhaftes Visum sponsern würde. Nach der Entlassung stellte der Betrieb das Verfahren ein, wie vor dem Arbeitsgericht zu hören war. Seine Klage auf ungerechtfertigte Kündigung wurde abgelehnt. Tamburella hatte sie 28 Tage zu spät eingereicht, schrieb das örtliche News-Magazin "The Courier Mail".

Auf Linkedin beschreibt der Koch sich als jemanden, der außergewöhnliche Speisen serviert und die Unternehmungsleistung durch Innovation verbessert. Vor drei Monaten veröffentlichte er auf der Plattform einen Beitrag, wo er über den Respekt von Zutaten spricht: "Denn Kochen ist Kreativität, aber es ist auch Verantwortung."

Laut seinem Linkedin Profil arbeitet Tamburella mittlerweile in einem anderen sizilianischen Restaurant in Brisbane, dem Don Gino. Ananas steht dort nicht auf der Speisekarte.

Quelle: ntv.de

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