Als "Person von Interesse"Meghans Halbbruder gerät bei Missbrauchsermittlungen in den Fokus

Mehrere Kisten mit Beweismaterial übergibt Meghans Halbbruder der philippinischen Polizei. Sie sollen bei der Aufklärung schwerer Missbrauchsvorwürfe gegen seinen Vater helfen. Doch nun gerät der 60-Jährige selbst in den Fokus der Ermittler.
Die Ermittlungen im Fall um Meghans Vater weiten sich aus: Im Zusammenhang mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern gegen Thomas Markle ist dessen Sohn ins Visier der philippinischen Ermittler geraten. Thomas Markle Jr., der Halbbruder von Herzogin Meghan, könnte den Behörden zufolge ebenfalls in die mutmaßlichen Straftaten verwickelt sein, sagte Innenminister Juanito Victor Remulla in Manila und verwies auf Zeugenaussagen. Er werde bislang aber lediglich als "Person von Interesse" betrachtet und nicht als Verdächtiger.
Im Oktober war bekannt geworden, dass Meghans Vater in seinem früheren Haus in der Provinz Cebu auf den Philippinen eine große Menge kinderpornografischen Materials zurückgelassen haben soll. Das hatten verschiedene Medien unter Berufung auf den Sohn berichtet. Markle Sr., der mittlerweile wieder in den USA lebt, wies die Vorwürfe zurück und bezeichnete sie als "kranke Lügen".
Bei den Ermittlungen seien bisher etwa 7500 Fotos sowie ein Video mit Aufnahmen von mutmaßlich missbrauchten minderjährigen Jungen und Mädchen sichergestellt worden, erklärte der Minister. Die abgebildeten Kinder stammten demnach aus Asien, Lateinamerika und Europa. Remulla bezeichnete das Material als "besonders verstörend".
Halbbruder liefert Beweismaterial an Polizei
Markle Jr. hat den Behörden insgesamt vier Kisten mit Beweismaterial übergeben, darunter Computer, Mobiltelefone, Festplatten und alte Videokassetten, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Die Polizei in Cebu erhielt demnach in der vergangenen Woche einen richterlichen Beschluss, um die Datenträger und Unterlagen zu untersuchen. Genaue Details, weshalb er nun ins Visier der Ermittler geraten ist, wurden nicht mitgeteilt.
Meghan hatte sich nach Bekanntwerden der Berichte "zutiefst bestürzt" gezeigt. Sie sei bereits 2018 von britischen Sicherheitsbehörden über "beunruhigende und verstörende Vorwürfe" gegen ihren Vater informiert worden, hatte die Frau von Prinz Harry Ende Oktober mitgeteilt. Sie fügte hinzu: "Ich hoffe, dass nun verständlich wird, dass - trotz der Verzerrungen durch einige Medienberichte im Laufe der Jahre - jede Distanz zu meinem Vater und meine Entscheidung, ihm den Kontakt zu unseren Kindern zu verweigern, nur einem Grund diente: sie zu schützen."
