Der TagUntere Mittelschicht schrumpft laut einer Studie
Die Einkommensungleichheit in Deutschland ist einer Studie zufolge seit 1992 stark gestiegen und befindet sich auf dem zweithöchsten Niveau seitdem. Während die untere Mittelschicht deutlich geschrumpft ist, legten die Einkommen der Reichen viel stärker zu als im Rest der Bevölkerung, geht aus dem heute veröffentlichten Verteilungsbericht des WSI-Instituts der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor. Die Quote armer Haushalte stieg demnach von 11,9 Prozent im Jahr 1992 auf 17,3 Prozent im Jahr 2024. Der Anteil der Haushalte, die in strenger Armut leben, wuchs in dieser Zeit sogar um 76 Prozent.
Als einen wichtigen Grund für diese gegenläufige Entwicklung nennen die Forscher die nachlassende Umverteilungswirkung durch Steuern und Sozialleistungen. Sollten aktuelle Kürzungsdebatten zu weiterem Sozialabbau führen, werde dies die Ungleichheit weiter verschärfen, warnt die wissenschaftliche Direktorin Bettina Kohlrausch. Das alte Versprechen, dass ein Arbeitsplatz für gesellschaftliche Teilhabe und Integration sorge, gelte nicht mehr. Wie viel Geld Sie im Vergleich zum Rest von Deutschland verdienen, sehen Sie hier: