Trauer um toten Profi

Spaniens Fußball nimmt Abschied von de Miguel

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05.11.2026 | 16:47 Uhr
Das Entsetzen über den Tod von Jesùs de Miguel nach dem Zusammenprall in Spaniens Ligaspiel ist noch immer riesig. Bei der Trauerfeier in seinem Heimatort sind auch viele Prominente dabei. Die Spielergewerkschaft fordert Konsequenzen für den nächsten Spieltag.

Angehörige, Freunde und hochrangige Vertreter des spanischen Fußballs haben von Jesús de Miguel Abschied genommen. Die Trauerfeier für den 30-Jährigen fand an seinem Heimatort Navahermosa in der Provinz Toledo südwestlich von Madrid statt. Laut der Nachrichtenagentur AFP versammelten sich insgesamt bis zu 400 Menschen, um dem Abschied beizuwohnen. "Es gibt kein Ende für diejenigen, die Spuren hinterlassen", lauteten die Worte auf einem schwarz-weißen Banner mit de Miguels Bild, das in dem 2.000 Einwohner kleinen Dorf aufgehängt wurde. 

De Miguel war Montagabend bei dem Zweitligaspiel seines Klubs CD Teneriffa gegen den FC Andorra hart mit dem gegnerischen Torwart Jesús Owono zusammengestoßen und später im Krankenhaus gestorben. Der vorläufige Autopsiebericht nennt eine "unfallbedingte Brustverletzung" als Todesursache, wie die Kanaren-Zeitung "Canarias7" berichtete.

De Miguels Familie ließ über seinen Vertreter Manuel Hernández ihren Dank an die Anwesenden für "all die Worte, die Zeichen der Zuneigung, der Unterstützung und des Respekts" verlesen. Zugleich bat sie darum, ihre Privatsphäre zu respektieren und das "Bedürfnis, diese Trauer in der Ruhe zu durchleben, die eine solche Situation erfordert", hieß es in dem Statement.

Der spanische Verbandschef Rafael Louzán sprach der Familie de Miguels sein Mitgefühl aus. "Es ist ein unersetzlicher Verlust", sagte er in Navahermosa. Diese Tragödie müsse Ansporn sein, die Notfallversorgung in den Stadien weiter zu verbessern. "Es ist ein sehr schwerer Tag. Der Fußball muss heute vereint sein", fügte Louzán hinzu.

Gewerkschaft fordert Spieltagsabsage

Auch Spaniens Nationaltrainer Luís de la Fuente nahm an der Trauerfeier teil. "Aus Schmerz und Mitgefühl übermitteln wir ihnen unser Beileid und unseren Respekt. Es ist der beste Weg zu zeigen, dass der Fußball vereint ist. Eine feste Umarmung an alle ihre Angehörigen", sagte er vor Journalisten. Auch Präsidenten großer Klubs, allen voran Florentino Pérez von Real Madrid, erwiesen de Miguel die letzte Ehre. Die Beisetzung selbst sollte anschließend im engsten Familienkreis stattfinden.

Die Spielergewerkschaft AFE forderte angesichts des tragischen Todes eine Verschiebung aller Profispiele am kommenden Wochenende. Wie die Vereinigung mitteilte, sprachen sich die von ihr kontaktierten Fußballerinnen und Fußballer "in jeder Kategorie" einstimmig für die Absetzung aus. "Die Fußballer haben ihre tiefe Trauer über diesen Verlust zum Ausdruck gebracht und glauben nicht, dass die notwendigen psychologischen und menschlichen Bedingungen gegeben sind, damit der Wettbewerb unter normalen Umständen ausgetragen werden kann", erklärte die AFE.

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Bereits verschoben wurden nach der Tragödie die Spiele von Teneriffa in Granada sowie die Partie zwischen dem FC Andorra und Mallorca. Zudem waren die Pokalspiele unter der Woche abgesagt worden. Die Gewerkschaft appellierte an die Entscheidungsträger, menschliche Belange höher zu gewichten als sportliche oder wirtschaftliche Interessen.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/dpa/sid