Das Wiedersehen mit Ex-Kapitän Fabian Reese sorgt bei Hertha BSC für reichlich Gesprächsstoff - Trainer Stefan Leitl will sich davon aber nicht ablenken lassen. "Ich möchte es emotionslos und nüchtern betrachten. Es ist das Spiel Hertha gegen den VfL Wolfsburg", sagte der 49-Jährige vor dem Spitzenspiel der 2. Fußball-Bundesliga am Samstag (20.30 Uhr/Sky und Nitro und im ntv.de-Liveticker). Seine persönliche Verbindung zu Reese sei "nach wie vor gut, da ist nichts hängengeblieben", betonte Leitl.
Reese galt bei Hertha als absoluter Leistungsträger und verkörperte wie kaum ein anderer den "Berliner Weg". Die Klubphilosophie wurde einst unter dem mittlerweile verstorbenen Präsidenten Kay Bernstein ins Leben gerufen. In 91 Pflichtspielen erzielte Reese 35 Tore und bereitete weitere 31 vor. Nach drei Jahren in Berlin entschied er sich im vergangenen Sommer für einen Wechsel zum Bundesliga-Absteiger VfL Wolfsburg - ein Schritt, den ihm viele Hertha-Fans bis heute übel nehmen.

Fabian Reese macht Schluss auf Instagram
Die Rückkehr des früheren Publikumslieblings ist dabei nur eine von mehreren speziellen Personalien. "Es ist für viele Beteiligte ein besonderes Spiel", sagte Leitl und verwies unter anderem auf Bence Dardai und Muhammed Damar auf Wolfsburger sowie Paul Seguin und Josip Brekalo auf Berliner Seite, die jeweils schon für den Gegner auf dem Platz standen.

Vor rund 70.000 Zuschauern empfängt der ungeschlagene Tabellenführer aus Berlin den Dritten aus Niedersachsen im Olympiastadion. Sportlich verspürt Leitl dennoch keinerlei Druck. "Wir haben 28 Punkte und Bock, dieses Spiel zu spielen, also lass' laufen", sagte er. Seine Mannschaft habe zuletzt beim 1. FC Kaiserslautern (3:0) ein "richtig geiles Auswärtsspiel" gemacht: "Ich glaube schon, dass wir klar dokumentiert haben in Lautern, wozu wir in der Lage sind." Dementsprechend liebäugelt Leitl damit, derselben Startelf das Vertrauen zu schenken.
