CAS verteidigt Urteil

Sportrichter wälzen Schuld an Russland-Entscheid auf Verband ab

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2022 nahm zuletzt ein russisches Eishockey-Team an einem großen internationalen Turnier teil. (Foto: Petr David Josek/AP/dpa)
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05.11.2026 | 18:45 Uhr
Die Eishockey-Welt steht kopf, die Wiederzulassung Russlands zur WM sorgt für heftige Kritik. Sponsoren drohen mit dem Ausstieg. Deutschland erwägt sogar, das Turnier zurückzugeben. Das Sportgericht meldet sich nun zu Wort und wehrt sich.

In der Debatte um die Folgen der Wiederzulassung Russlands für internationale Eishockey-Turniere hat das höchste Sportgericht sein Urteil verteidigt und dem Weltverband IIHF Versäumnisse bescheinigt. Der Dachverband habe keine ausreichenden Beweise vorgelegt, um die rechtlichen Voraussetzungen für den Ausschluss russischer Mannschaften zu belegen, stellten die Richter des Internationalen Sportgerichtshof CAS fest.

Zudem seien die möglichen negativen Konsequenzen des Urteils wie auch die Frage eines neutralen Status für russische Teams "weder durch hinreichende Beweise belegt noch von der IIHF im Laufe des Verfahrens beantragt" worden. Der frisch gewählte IIHF-Präsident Franz Reindl hatte sich in einer ersten Reaktion "überrascht" von den Weiterungen des Richterspruchs und der schnellen Wirksamkeit gezeigt.

Mit dem am vergangenen Freitag veröffentlichten Urteil hatte das CAS für große Aufruhr im internationalen Eishockey gesorgt. Einige Länder, wie Weltmeister Finnland sowie Schweden, Norwegen, Dänemark, Lettland und Tschechien, kündigten an, nicht gegen Russland anzutreten. Langjährige WM-Sponsoren erklärten zudem, sich zurückziehen zu wollen.

Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) sieht nun sein Turnier im Mai 2027 in Gefahr, der DEB-Vorstandsvorsitzende Frank Lutz schloss sogar einen Verzicht auf die Gastgeber-Rolle nicht aus. Die Bundesregierung übte deutliche Kritik am CAS-Urteil, womöglich könnten den russischen Nationalspielern die Visa für die Einreise verweigert werden. Ein entsprechendes Vorgehen hatte Kanadas Premierminister Mark Carney bereits für die U20-WM in Kanada am Ende dieses Jahres angekündigt.

Der CAS nehme die "kontroversen Reaktionen" zur Kenntnis und verwies zudem darauf, "dass die organisatorischen Konsequenzen dieser Entscheidung sowie die mögliche Einführung einer Neutralitätsregelung, die derzeit im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte stehen, weder durch ausreichende Beweise belegt noch von der IIHF im Rahmen des Verfahrens beantragt wurden". Sowohl der russische Eishockey-Verband als auch die IIHF seien sich "der zu erörternden Rechtsfragen sowie der Konsequenzen einer Stattgabe oder Abweisung des Rechtsmittels bewusst" gewesen, hieß es weiter.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/dpa/sid