Holpriger Start, souveränes Ende: Die deutschen Handballer sind zwei Monate vor der Heim-WM etwas schleppend in die heiße Phase gestartet und haben zum Auftakt der EM-Qualifikation einen Pflichtsieg eingefahren. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason wurde ihrer Favoritenrolle in Berlin beim 42:32 (22:18) gegen Belgien zwar gerecht, hat vor dem Highlight-Turnier im eigenen Land aber noch Arbeit vor sich.
Entsprechend fiel auch das Fazit des Bundestrainers aus: "Insgesamt war es ein ordentliches Spiel, mehr aber auch nicht." Kapitän Johannes Golla, der seinen 29. Geburtstag feierte, stellte fest: " Es gibt auch im Handball keine Teams mehr, die man mit Halbgas schlagen kann." Auch Gislason warnte davor, Belgien als einen "Handballzwerg" zu bezeichnen.
Rückraumspieler Marko Grgic war mit sieben Toren vor 12.684 Zuschauern in der ausverkauften Uber Arena erfolgreichster Werfer des DHB-Teams, das gegen den Underdog nur mühsam in die Partie kam, sich dann aber steigerte. Der nächste Schritt Richtung EM-Endrunde 2028 soll am Sonntag (18 Uhr/sportschau.de) in Presov gegen die Slowakei erfolgen - über allem schwebt jedoch bereits die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr.
Gislason hatte deshalb im Vorfeld schon betont, dass neben dem Ergebnis gegen Belgien auch die Leistung an sich eine Rolle spielen werde. Es sei mit Blick auf den Höhepunkt im Januar wichtig, "dass wir richtig gut spielen und einen Schritt nach vorne machen", hatte der 67-Jährige erklärt.
Ungeachtet der Nebengeräusche rund um den Wechselwunsch von Golla oder einen möglichen Abschied von Torhüter Andreas Wolff beim THW Kiel war das DHB-Team voller Motivation in das Duell mit dem Nachbarn gestartet. Die Mannschaft sei "hungrig", hatte Gislason betont.
Der Start in Berlin verlief allerdings schleppend, immer wieder schlichen sich zu Beginn kleinere Nachlässigkeiten ein. Torhüter David Späth hielt mit zwei Paraden direkt zu Beginn seiner Mannschaft den Rücken frei. Golla gelang der erste deutsche Treffer (2.).
Nach einem holprigen Beginn kam das DHB-Team allmählich etwas besser ins Spiel und Gislason brachte unter anderem Debütant Niklas Theiß (16.). Doch Belgien, das sich bislang noch für keine EM qualifiziert hat, ließ sich nicht richtig abschütteln, auch weil die deutsche Abwehr nicht kompakt genug agierte - Gislason sah sich beim Stand von 15:12 gezwungen, seine Mannschaft zu ermahnen. "Das ist kein Freundschaftsspiel, das ist ein Quali-Spiel", rief der Coach seinen Spielern in der Auszeit zu.
Seine Mannschaft war bemüht, den Worten Taten folgen zu lassen, kurz vor der Halbzeit stellte Neuling Theiß (30.) mit seinem ersten Treffer wieder einen Vier-Tore-Vorsprung her. Im zweiten Durchgang kam das DHB-Team besser ins Rollen, auch der zweite Debütant David Moré trug sich in die Torschützenliste ein (43.).


